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Trainer-Interview

INTERVIEWER Ja, Jürgen, ich habe gesehen, Sie haben Anleitung gegeben der Gruppe zum Bogenschießen. Diese Art des Bogenschießens ist Ihre Spezialität, nehme ich an. Wann haben Sie zum ersten Mal damit Kontakt gehabt?

JÜRGEN Ich habe zum ersten Mal Kontakt damit gehabt vor etwa zweiundzwanzig, dreiundzwanzig Jahren als ich bei meinem Zahnarzt eine Zeitschrift gelesen habe, in der ein Artikel darüber drinstand. Das hat mich damals fasziniert, der Artikel, ich habe dann zu einem Freund gesagt: "Da habe ich etwas gelesen, das fand ich toll. Japanisches Bogenschießen." Da hat er gesagt: "Ja, da habe ich ein Buch drüber". Und das hat er mir ausgeliehen und in diesem Buch waren die Kontaktadressen vom Deutschen Kyudo-Bund drin, beziehungsweise, damals war es noch dem Deutschen Judobund angegliedert. Darüber kam ich dann an einen Verein. Der war damals in Bad Dürkheim und dort habe ich 1984 angefangen Kyudo zu lernen.

INTERVIEWER Und der Ursprung, wie der Name schon sagt ist also keinesfalls hier in Europa zu suchen – Sie haben es schon gesagt – in Japan. Können Sie etwas noch sagen, welchen Hintergrund dieser Sport oder diese Betätigungsart hat?

JÜRGEN Der Ursprung liegt im Japanischen, japanisches Bogenschießen, auf japanisch Kyudo, Kyu "der Bogen", do "der Weg" hat natürlich den Ursprung in der Jagd und im Krieg und auch im zeremoniellen Anlass und hat dann später wie andere Kampfsportarten so einen Übungsweg begleitet, in dem es einfach um körperliche Aspekte geht, aber auch um Aspekte von Geist und Seele.

INTERVIEWER Was ist der Unterschied zwischen Kyudo und dem üblichen Sportbogenschießen, das wir hier so betreiben?

JÜRGEN Gut, das liegt einmal am Gerät selber. Der Bogen ist sehr lang, es ist ein Langbogen. Er hat etwa eine Größe von zwei Meter vierundzwanzig, ist durch die Größe asymmetrisch gebaut, was eigentlich, soweit ich das weiß, nur bei den japanischen Bögen zu finden ist, das heißt der Griff ist im Verhältnis zwei Drittel oberer Wurfarm, ein Drittel unterer Wurfarm, und bedarf daher einer besonderen Technik des Schießens, die relativ kompliziert ist oder auch nicht ganz so einfach ist. Der Bogen hat kein Bogenfenster, sodass die Pfeile, wenn man einfach locker abschießen würde, nach rechts abgelenkt werden. So ist es ein dynamisches Abschießen im Augenblick des ganzen Auszuges, so dass man mit der linken Hand den Bogen drehen muss, rechts eine Gegendrehbewegung, und das ist relativ schwierig einzuüben und bedarf einiger Zeit.

INTERVIEWER Kann das Üben im Kyudo Veränderungen bewirken bei den Teilnehmern innerhalb so kurzer Zeit?

JÜRGEN Ja gut, was die Teilnehmer dabei erfahren, ist auf jeden Fall der Spaßeffekt. Sie setzen sich mit etwas Komplexem auseinander. Sie lernen sehr viel in kurzer Zeit und haben ja dann auch Erfolgserlebnisse, was dann auch das Selbstwertgefühl beeinflusst und ich denke schon, es ist eine Veränderung zu spüren und zwar jetzt nicht eine riesengroße, aber es ist eine Veränderung zu spüren, dass es ihnen gut getan hat und sie etwas für sich mitnehmen konnten. Sie haben auch, denke ich, dann auch eine Orientierung für später. Sie können immer wieder mal auf ein Wissen zurückgreifen, wo sie sagen: "Da haben wir einmal etwas gemacht, was mir gut getan hat" und können sich dann auch umschauen und sagen, OK, gibt es da noch irgendwo etwas, was in der Art mich weiter bringt, so wie ich es hier erfahren habe.

INTERVIEWER Sie haben jetzt eine Gruppe von 14 Schülern unserer Schule hier. Sind sie zufrieden insgesamt mit der Gruppe?

JÜRGEN Ja, es ist eine sehr angenehme Gruppe, eigentlich eine sehr tolle Gruppe, die sehr engagiert mitmacht und sehr schnelle Lernfortschritte macht. Sie haben die Bewegungen – jetzt ist der zweite Tag – sehr gut umgesetzt. Ja, super.

INTERVIEWER Dann wünsche ich Ihnen noch viel Spaß mit der Gruppe bis zum Ende der Veranstaltung. Danke schön.

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